AKtuelles

Reise zu den Gestüten Kladruby nad Labem und Slatinany in Tschechien

 Am Wochenende vom 7. bis 9.6.2024 machten sich fünf Mitglieder des Lipizzaner Zuchtverband Deutschland e.V. auf den Weg nach Tschechien, um die Kladruber Staatsgestüte Kladruby nad Labem und Slatinany zu besichtigen.
Das Nationalgestüt Kladruby nad Labem, das im Jahr 1579 durch Kaiser Rudolf II zum Hofgestüt ernannt wurde, gilt als eine der ältesten und größten Zuchtstätten für Pferde in Europa. Hier wird die älteste tschechische Pferderasse, der Kladruber, gezüchtet. Das Gestüt umfasst mehr als 1300 ha Land und beherbergt ca. 600 Pferde.
Der Kladruber ist ein großrahmiges, schweres Pferd, meist mit Ramskopf, das vornehmlich als Kutschpferd dient. Verschiedene Königshäuser, z.B. Dänemark, verwenden ihn zu Repräsentationszwecken vor der Kutsche.
Heute wird er jedoch auch zunehmend als Reitpferd ausgebildet. Durch sein ausgeglichenes, ruhiges Temperament eignet er sich als Polizeipferd und auch in der Hippotherapie.
Seit 1995 gilt diese Rasse als Kulturdenkmal. Im Jahr 2019 erklärte die UNESCO das Gestüt mit seiner Zucht und den Ländereien zum Weltkulturerbe.
Das Gestüt züchtet nach Farben getrennt. In Kladruby selbst sind die Schimmel beheimatet, in Slatinany die Rappen.
Kladruby liegt in einer wunderschönen, unendlich weiten Wiesenlandschaft der Elbe, umgeben von alten Bäumen und Hecken. Die riesigen Weiden sind mit weißen Holzzäunen eingefasst, ein Pferdeparadies.
Auf Initiative von Herrn Dr. Kirsch erhielten wir eine Privatführung durch eine Gestütsangestellte, die sich sehr gut mit den Abstammungen der vorgestellten Junghengste auskannte.
Zunächst besichtigten wir die ausgedehnten Stallungen, meistens Laufställe für Jungpferde und Stuten mit Fohlen. Die Ställe beeindruckten allein schon durch ihre Architektur.  Mit hohen Bogendecken, zum Teil Marmorsäulen, lichtdurchflutet und sauber mit Stroh eingestreut, präsentierten sie sich. Die Stalltrakte werden nach Stuten und Hengsten getrennt.
Direkt an den Stall schließt sich ein riesiger, sehr gepflegter Kutsch- und Reitplatz an.
Die Reithalle mit ihrem stimmungsvollen Kronleuchter wurde in früherer Zeit als Deckhalle benutzt.
Da sich zu dieser Zeit alle Pferde auf den angrenzenden Koppeln befanden, unternahmen wir einen kleinen Spaziergang zu den nach Alter und Geschlecht getrennten Jungpferden.
Wir betrachteten die Junghengstherden und durften auch die Koppeln betreten. Alle jungen Hengste waren kontaktfreudig, zugewandt und freundlich sowie in sehr gepflegtem Zustand.
Beachtlich fanden wir, dass unsere Führung zu jedem Pferd etwas aus der Zuchtgeschichte wusste, so dass unsere Tour sehr informativ war.
Zurück im Stallgebäude konnten wir auch einige imposante Zuchthengste in ihren Boxen betrachten. Sie werden regelmäßig gearbeitet, verbringen aber die meiste Zeit in der Box.
Als nächstes stand die Besichtigung von Gestüt Slatinany auf dem Programm. Hier werden die Kladruber Rappen gezüchtet. Diese waren zu Zeiten der tschechischen Republik fast ausgestorben.
Durch ein durchdachtes Regenerationsprogramm gelang es, durch Einkreuzung fremder Rassen mit nur drei reinen Kladruber Hengsten und zwei reinblütigen schwarzen Stuten den schwarzen Kladruber wieder auf eine solide Basis zu stellen. Hier wurden vornehmlich Lipizzaner, z.B. der schwarze Hengst Siglavi Pakra, verwendet. Er schuf eine neue Hengstlinie. Aber auch ein Friese, Romke, trug zur Erhaltung des schwarzen Kladruber bei.
Heute umfasst das Zuchtbuch 31 schwarze Zuchthengste und ca. 270 schwarze Zuchtstuten. Seit 1996 dürfen keine fremden Rassen mehr eingekreuzt werden.
Das Gestüt Slatinany liegt ca. 40km entfernt von Kladruby. Die Gebäude sind im Fachwerkstil gehalten und ebenfalls sehr gepflegt. Die Ländereien sind nicht ganz so weitläufig wie in Kladrub, doch gibt es auch hier ausgedehnte Weideflächen für die Pferde.
Wir besichtigten Hengste im Boxenstall. Alle Hengste werden geritten oder gefahren. Landwirtschaftliche Arbeiten, die von Pferden erledigt werden können, gehören ebenfalls zu ihren Aufgaben.
Die schwarze Stutenherde fiel durch ihre Homogenität auf. Von Fremdrassen ist nichts mehr zu sehen. Das Zuchtprogramm zur Auflebung des schwarzen Kladruber scheint also sehr erfolgreich gewesen zu sein. Weiße Abzeichen sind im Übrigen unerwünscht und werden selektiert.
Das neue Ausbildungszentrum junger schwarzer Kladruber Pferde befindet sich im nahe gelegenen Ort Hermanuv Mestec.
Die Stallgebäude, die früher dem Grafen Kinsky gehörten, wurden aufwendig restauriert. Beeindruckend ist die Glaskonstruktion des überdachten Atriums, in dem sich Ställe, Lagerräume und eine historische Sattelkammer mit historischen Geschirren und Sätteln befinden.
Während unseres Aufenthaltes übernachteten wir in der Stadt Pardubice, die knapp 30km entfernt von Kladruby liegt. Bekannt ist diese Stadt in der Pferdeszene durch die traditionelle Steeplechase, eines der härtesten Hindernisrennen der Welt. Es findet jährlich im Oktober statt.
Außerdem gibt es hier ein sehenswertes Schloss mit Museum. Ein großangelegter Platz mit wunderschönen Renaissancehäusern ist ebenfalls sehr beeindruckend.
Am Ende unserer Reise stellten wir alle fest, dass sich ein Besuch des Gestütes Kladruby auf alle Fälle lohnt.
Manch einer bemerkte, dass er nicht zum letzten Mal hier war. Kladruby ist eine Reise wert!

(Text und Fotos: Andrea Jopp)

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Mitgliederversammlung 2024 in Nonnweiler

Die Mitgliederversammlung 2024 fand am 5. Mai im saarländischen 66620 Nonnweiler statt.
Tags zuvor hatten uns unsere beiden Mitglieder Lea Pecnik-Faber und Rebecca Pecnik-Welsch
samstagsnachmittags zu einem Umtrunk mit anschließender Besichtigung ihrer Lipizzaner und
slowenischer Kaffeetafel nach 54422 Neuhütten eingeladen.
Ein ehemaliges Forsthaus in idyllischer Hanglage in unmittelbar angrenzender Nachbarschaft
des Nationalparks Hunsrück-Hochwald ist das Domizil von Pecniks und ihren Lipizzanern.
Zu dem wunderschönen Anwesen, dessen Zufahrt eine Baumallee bildet, gehört ein großer
Pferdelaufstall mit zahlreichen Boxen und ausgedehnten Weideflächen sowie ein Reitplatz.
Sämtliche Lipizzaner, drei LZD-eingetragene Stuten und zwei Fahrpferde stammen aus Lipica.
Diese wurden in bester Kondition unseren Mitgliedern an der Hand auf dem Außenplatz
gekonnt vorgestellt. Ein herzliches Dankeschön dafür.
Ebenso gilt unser großer Dank Lea und Rebecca Pecnik für Ihre große Gastfreundschaft.
Mit allerlei Leckereien, dem überaus gelungenen slowenischen Kuchenbuffet und einem guten
Tropfen Wein wurden unsere Mitglieder bis zum Abend verwöhnt, so dass es fast schwer fiel,
schließlich zum Züchterabend ins Tagungshotel im 8 Kilometer entfernten Nonnweiler aufzubrechen.
Die Mitgliederversammlung 2024 fand am Sonntagmorgen um 9 Uhr dort statt.
Neben der üblichen Regularien fanden turnusgemäß nach drei Jahren Wahlen statt.
Den neu gewählten Vorstand bilden Dr. Karl-Heinz Kirsch als Vorsitzender sowie seine
beiden Stellvertreter Katharina Herms und Florian Gatterdam.
Die Details der Mitgliederversammlung sind dem offiziellen Protokoll zu entnehmen,
das im internen Bereich der LZD-Homepage für Mitglieder einsehbar ist.


Jahrbuch 2020-2023 in der Endphase
Nach einer ausgesprochen langen Pause wird es endlich
wieder ein Jahrbuch geben.
Der redaktionelle Teil ist beendet. Die Bildbearbeitung und
der Satz sind am laufen.
Die Gespräche mit der Druckerei sind anvisiert.
Wir freuen uns darauf, Ihnen die letzten Jahre in
Wort und Bild bald übergeben zu können.



Neuanerkennung/
Überprüfung der Geschäftsstelle
16.11.2023
Turnusmäßig fand heute die Überprüfung der Geschäftsstelle des LZD statt.
Alle 10 Jahre bedarf es einer bundesweit gültigen Neuankennung, die ausgesprochen wird, wenn nachweislich die Arbeit gemäß Vorgaben, Vorschriften und Gesetzen von den Verantwortlichen sauber und transparent durchgeführt wurde.
Für die Zuchtleiterin, Dr. Ulrike Felbinger-Karp und die Geschäftsstelle/Zuchtbuchstelle, Ilona Kirsch, stand ein 2-stündiges , tief gehendes Abfragen aller Modalitäten von A-Z, durch die Verantwortlichen des DLR-Westpfalz, Frau Julia Könnel und Frau Charlotte Milkau, auf dem Programm, das einen reibungslosen Verlauf nahm und keine Fragen offen ließ.
Eine Fortsetzung der Arbeit wurde dem LZD am Ende der Überprüfung genehmigt.
Wir freuen uns auf eine weiterhin konstruktive Zusammenarbeit.



Zuchtbuchaufnahme Essingen 15.11.2023
Zuchtbuchaufnahme Stute Essingen



KL-Rava-335 PF

*2014 LZD
Stockmaß 151 cm
Brustumfang 185 cm
Röhrbein 19,5 cm
Eintragungszuchtbuch:
Hauptabteilung Stuten, Stutbuch 1


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Zuchtbuchaufnahmen
Neuhütten und Perl 30.10.2023
Zuchtbuchaufnahme Stuten Neuhütten


829 Dubovina XXXVIII
*2017 Lipica
Stockmaß 148 cm
Brustumfang 186 cm
Röhrbein 19,5 cm
Eintragungszuchtbuch:
Hauptabteilung Stuten, Stutbuch 1




846 Allegra XI
*2017 Lipica
Stockmaß 148 cm
Brustumfang 177 cm
Röhrbein 20,5 cm
Eintragungszuchtbuch:
Hauptabteilung Stuten, Stutbuch 1



Zuchtbuchaufnahme Stute Perl

834 Betalka XLIX
*2017 Lipica
Stockmaß 153 cm
Brustumfang 192 cm
Röhrbein 19,0 cm
Eintragungszuchtbuch:
Hauptabteilung Stuten, Stutbuch 1




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Körung Ammerbuch 29.10.2023
Körung Hengst



KL-Maestoso Rorella-344 PF
*2015 LZD
Stockmaß 158 cm
Brustumfang 184 cm
Röhrbein 21,0 cm
Körurteil 2021: gekört
Eintragungszuchtbuch:
Hauptabteilung Hengste, Hengstbuch 1, Sektion B



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 L.I.F.-Generalversammlung 2023 /Rumänien



Vom 13.- 15. Oktober 2023 fand die diesjährige Generalversammlung der Lipizzan International Federation (L.I.F.) in Beclean und Bistrita, Transsilvanien (Rumänien) statt.
Teilnehmer waren sämtliche Lipizzaner Staatsgestüte und weltweit anerkannten nationalen Lipizzanerzuchtverbände. Die von der L.I.F. anerkannten deutschen Lipizzaner wurden vom Lipizzaner Zuchtverband Deutschland vertreten.

Während die eigentliche Generalversammlung in Bistrita stattfand, wurde im 30 km entfernten Beclean das dortige Lipizzanergestüt besichtigt, das vor 30 Jahren mit den farbigen Lipizzanern aus dem siebenbürgischen Fagaras - Sambata de Jos gegründet worden war.
Heute werden dort schwerpunktmäßig Rapplipizzaner gezüchtet.



Mit einem eindrucksvollen Schauprogramm, in dem sämtliche Zuchthengste des Gestütes und eine repräsentative Anzahl von Zuchtstuten mit ihren Fohlen an der Hand vorgestellt wurden, wurden die Delegationen zusätzlich durch bestes Spätsommerwetter verwöhnt. Neben gestütseigenen Pferden unter dem Sattel wurden die Lipizzaner auch im Gespann präsentiert. Die Fahrkultur hat einen besonderen Stellenwert. Auch Lipizzaner aus dem über 200 Kilometer entfernten Fagaras - Sambata de Jos wurden eingens zu dieser Veranstaltung nach Beclean verbracht.




Ein großer Dank gilt ALLEN Organisatoren und Akteuren der gesamten Veranstaltung, die Großartiges geleistet haben und in bester Erinnerung bleiben werden!


(khk)

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MGV - Nachlese
Die Mitgliederversammlung im Jahr 2023 begann nicht mit dem traditionellen Züchternachmittag auf dem Hof eines Mitglieds des LZD mit Vorstellung der Lipizzaner, sondern sollte erstmals mit dem gemeinsamen Besuch der Hofreitschule Bückeburg und einer Sondervorstellung für die Mitglieder eingeläutet werden. Aus der Vorstellung wurde dann aufgrund eines Lehrgangs leider doch nichts, allerdings erlaubte der Besuch des Marstalls und des sehr sehenswerten Museums der Hofreitschule mit alten und neuen Bekannten ins Gespräch zu kommen. Familie Krischke ist hier ein sehr bemerkenswertes Werg gelungen.
Bückeburg bietet aber nicht mit dem Schloss und der Hofreitschule ein reizvolles Umfeld für die Zusammenkunft, sondern hat natürlich auch Verbindungen zu den Lipizzanern bzw. dem imperialen Lippiza. In der jüngeren Vergangenheit hat der Hengst Maestoso Amata (*2000; 1,52m) als Kaprioleur die Lipizzaner an der Hofreitschule Bückeburg vertreten. Schaut man weiter in das 18. Jahrhundert zurück, so ist die Verbindung zwischen Bückeburg und den Lipizzanern durch den aus Bückeburg stammende Hengst Lipp (1717) bzw. seine Nachkommen auch heute noch in der Genetik sehr gut nachzuvollziehen. Lipp I gehört heute mit Rang 8 zu den bedeutendsten Gründertieren vor den Hengsten Favory, Pluto, Maestoso und Conversano.
Nach dem Besuch des Marstalls und des Museums (die Musterlösung des Sattelquiz gibt der Verfasser natürlich nicht preis) wurde gemeinsam der Schlosspark erkundet, bevor es alle in Richtung Schlossküche zu einer Kaffeepause zog. Auch hier wurde die Gelegenheit für Gespräche ausgiebig genutzt, bevor man sich kurz verabschiedete, um danach den Abend mit einem gemeinsamen Essen im Tagungshotel ausklingen zu lassen.
Am Sonntag begann nach einem kräftigen Frühstück die Mitgliederversammlung. Neben Entwicklungen in der Lipizzaner-Welt (Verbände, Vermarktung), wurden neben den alljährlich wiederkehrenden Themen (Eintragungen, Vereinsarbeit, Rechenschaftsbericht) auch die Verteilung von Aufgaben beschlossen, um Arbeiten wie die Betreuung der Website oder auch die Erstellung des Jahrbuchs künftig durch eine Arbeitsgruppe wahrnehmen zu können. Auch wurde die über 10 Jahre alte Idee der Züchterseminare aufgegriffen, um den Mitgliedern eine fachlich fundierte Möglichkeit der Fortbildung abseits des eigenen Studiums der Fachliteratur und eigener Exkursionen zu den Staatsgestüten zu bieten. Nach dem Mittagessen verabschiedete man sich mit der Hoffnung, sich im nächsten Jahr dann bei der Mitgliederversammlung spätestens wieder zu sehen.
(F. Gatterdam)


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Mitgliederversammlung 2023


Die Mitgliederversammlung 2023 wird am
14. Mai 2023 um 9.30 Uhr im
Hotel Schäferhof,

Rusbender Str. 31, 31675 Bückeburg
Telefon: 05722 4470

stattfinden.

Am Samstag, den 13. Mai werden wir uns um 15.00 Uhr vor der Fürstlichen Hofreitschule Bückeburg in Bückeburg treffen, um den Marstall und das Museum zu besuchen.
Das Kostümreiten wurde für dieses Wochenende kurzfristig abgesagt.
Die Kosten für diesen Besuch übernimmt der Lipizzaner Zuchtverband für seine Mitglieder.

Um 19.00 Uhr findet das gemeinsame Abendessen im Hotel Schäferhof statt, wo gut bürgerliche Küche angeboten wird.


Da Bückeburg touristisch STARK frequentiert ist, bitten wir Sie, zeitnah Ihre Reservierungen für eine Übernachtung vorzunehmen, sofern Sie diese benötigen.
Die offizielle Einladung geht Ihnen dann fristgerecht zu.

Wir freuen uns auf das Wiedersehen!

(iki)

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Neue, einheitliche Pferdepässe

Mittlerweile liegt ein Muster für die neuen Pässe gemäß DVO (EU) 2021/963 vor.
Wir haben dieses Muster umgesetzt. Es fehlt uns die Möglichkeit, im Pass fünf Generationen ausweisen zu können. Änderungen wurden untersagt. Daher werden wir künftig unseren Züchtern zum Pass, wie früher, ein Pedigree überreichen, das die Angaben zu Vorfahren mit Geburtsort und Geburtsdatum enthält, nach dem Vorbild des Bundesgestüt Piber, Österreich. Dieses Pedigree ist keine Besitzurkunde oder Ausweisdokument.
(iki)